Notenschrift und Bläsernotation – warum Trompete, Horn und Posaune unterschiedlich notiert werden.

Warum wird eine Trompete in B transponierend notiert, während die Posaune im Bassschlüssel klingend liest? Weshalb steht die Hornstimme fast immer in F – auch wenn auf einem Doppelhorn häufig die B-Seite benutzt wird? Und warum gelten in der britischen Brassband noch einmal andere Regeln?
Viele Besonderheiten der heutigen Bläsernotation lassen sich nur verstehen, wenn man ihre historische Entwicklung betrachtet. Zahlreiche Konventionen stammen aus einer Zeit, in der Trompeten und Hörner noch Naturtoninstrumente waren und sich die heutigen Ventilinstrumente erst entwickelten.

Warum sind Trompeten und Hörner transponierende Instrumente?

Trompeten und Hörner wurden lange in unterschiedlichen Grundstimmungen gebaut. Die Notation blieb dabei weitgehend gleich, während das verwendete Instrument die tatsächliche Tonhöhe bestimmte.
Diese Praxis erleichterte Musikern den Wechsel zwischen unterschiedlich gestimmten Instrumenten und wurde auch nach der Einführung der Ventile beibehalten.
Heute gehören B-Trompete und Horn in F zu den bekanntesten transponierenden Blasinstrumenten.

Warum wird die Posaune anders notiert?

Die Posaune nimmt historisch eine Sonderstellung ein. Durch ihren Zug konnte sie bereits lange vor der Erfindung der Ventile chromatisch gespielt werden.
Im europäischen Raum wird sie deshalb üblicherweise klingend notiert – im Tenor- oder Bassschlüssel und ohne Transposition.
Damit unterscheidet sie sich deutlich von Trompete, Horn oder Tenorhorn im Violinschlüssel.

Warum steht das Horn in F?

Moderne Doppelhörner kombinieren meistens eine F- und eine B-Seite. Trotzdem wird die Hornstimme fast immer in F geschrieben.
Die B-Seite des Instruments dient vor allem dazu, Ansprache, Intonation und Griffmöglichkeiten zu verbessern. An der traditionellen Notation ändert sie nichts.
Für den Musiker bedeutet das: Auch wer überwiegend auf der B-Seite spielt, liest weiterhin eine Hornstimme in F.

Welche Besonderheiten gibt es in der Brassband?

Die britische Brassband besitzt eine besonders konsequente Transponierpraxis.
Fast alle Instrumente werden im Violinschlüssel transponierend notiert – vom Kornett über Tenorhorn und Euphonium bis zu den Tuben. Eine wichtige Ausnahme ist die Bassposaune, die klingend im Bassschlüssel notiert wird.
Diese Schreibweise erleichtert den Wechsel zwischen verschiedenen Instrumenten innerhalb der Brassband, wirkt für Musiker aus dem klassischen Orchester oder Blasorchester aber zunächst ungewohnt.

Wie notieren Posaunenchöre?

In deutschen Posaunenchören wird traditionell überwiegend klingend notiert. Auch Instrumente wie Trompete, Flügelhorn, Tenorhorn oder Tuba lesen dabei häufig Stimmen, die sich an der tatsächlichen Klanghöhe orientieren. Diese Praxis unterscheidet sich deutlich von der transponierenden Notation im Blasorchester oder in der britischen Brassband und hat sich aus der besonderen Geschichte und Besetzung der Posaunenchöre entwickelt.

Der vollständige Artikel

Im ausführlichen Brass-Lab-Artikel geht es unter anderem um die Entwicklung der Notenschrift, Naturtoninstrumente und Clarino-Spiel, die Entstehung der heutigen Transponierpraxis sowie die unterschiedlichen Notationskonventionen in Orchester, Blasorchester und Brassband.

zum Artikel-Download